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Studiensammlung Kern Aarau

Kern & Co. AG - 1819 bis 1991 in Aarau
Werke für Präzisionsmechanik, Optik und Elektronik
Studiensammlung ab 2009 im Stadtmuseum Aarau

Firmengeschichte

Kern Fabrik Ziegelrain 1920

Erklärung von Dr. Heinrich Wild

Kern Fabrik Schachen 1944

Kern Fabrik 1967 / 69

Kern Geschäftsleitung 1969

Elektro-optischer Distanzmesser DM1000

Bekanntgabe des Schulterschluss Kern - Wild / Leitz im Juni 1988

Aargauer Tagblatt vom 17. Mai 1988, ausführliche Berichterstattung kurz nach der Bekanntgabe der Übernahme durch die Wild AG

Firmen-Vision (Auszug aus einem Referat von Toni Wicki, 1990)

Meilensteine im Lebenswerk von Jakob Kern

Die bis 1992 unter dem Namen Kern & Co. AG, Aarau, bekannte Firma wurde 1819 von Jakob Kern in Aarau gegründet. Kern erlernte in Aarau den Beruf eines Zirkelschmieds, ging nachher nach München - eines der damaligen Zentren der optischen Forschung und des Baus feinmechanischer Instrumente - und eröffnete nach seiner Rückkehr in Aarau seine Werkstatt.

Im 19. Jahrhundert wuchs der Betrieb stetig, doch die Zeit nach dem 1. Weltkrieg führte zu geschäftlichen Schwierigkeiten: Wirtschaftskrise, schlechte Auslastung der neu aufgenommenen Optik-Fabrikation und vor allem die Konkurrenz durch neuartige, von Heinrich Wild in Heerbrugg hergestellte Vermessungsinstrumente. 1857 zieht sich Jakob Kern aus der Firma zurück.

1937 konnte Kern dank dem "Glücksfall", dass Heinrich Wild in Heerbrugg austrat, mit ihm eine Zusammenarbeit vereinbaren. Damit konnte Kern sich die Marktpräsenz sichern.

Nach dem 2. Weltkrieg gelang mit den Objektiven für die Bolex-Schmalfilmkameras der Firma Paillard ein technischer und geschäftlicher Durchbruch. Man erwog, ob der Bau von Vermessungsinstrumenten überhaupt noch weitergeführt werden soll.

Eine 1958 abgeschlossene Reorganisation von Kern verminderte die sich abzeichnende gefährliche Abhängigkeit als Zulieferer einer einzigen Firma und stärkte den Bereich Vermessung, der durch Einbezug der Photogrammetrie beträchtlich erweitert wurde. Mit der Reorganisation wurde auch die bislang vernachlässigte betriebliche Gliederung in vier Direktionsbereichen (bezeichnet als Ressorts) zeitgemäss ausgebaut.

Als 1963 der Verkauf von Film-Linsen für Paillard zusammenbrach, war man froh, sich weiterhin auf Vermessungsinstrumente abstützen zu können. Auch verbuchte die Photogrammetrie mit dem PG2 einen Erfolg.

Die Geschäftsleitung im Jubiläumsjahr 1969:

  • Dr. Helmut Schnewlin, Technischer Direktor
  • Dr. Paul Vogel, Kaufmännischer Direktor
  • Peter Kern, Delegierter des Verwaltungsrates
  • Rudolf Wehrli, Vertriebsdirektor

Mekometer ME 5000, das genaueste Distanzmessgerät

DSR1 und GP1 für die analytische Photogrammetrie

Kern E10, letzter bei Kern entwickelter Theodolit

Kern Nivel 20, der Zweineigungssensor mit Potential

In den 70er Jahren überraschte Kern mit den elektronischen Distanzmessern DM1000, DM2000 und der Serie der DM500-Varianten, den damals kleinsten elektronischen Entfernungsmessern. Mit dem Mekometer ME3000 und später ME5000 hatte Kern das weltweit genaueste Distanzmessgerät. Verschiedene innovative Feld-Software-Entwicklungen unterstützten den Einsatz der elektronischen Geräte.

Die Photogrammetrie machte grosse Fortschritte mit dem Präzisions-Auswertegerät PG3 (1968). Der Durchbruch in die analytische Photogrammetrie gelang Kern 1980 mit dem DSR1 und dem Plotter GP1. Dabei wurde Kern Aarau durch ihre Tochtergesellschaft "Kern Instrumentes Inc." in Portchester USA unter der Leitung von Hans J. Wehrli tatkräftig unterstützt.

Der schwarze Freitag, der 13. Mai 1988

Video mit den ersten Reaktionen zum Schulterschluss Kern - Wild/Leitz

Ende der 70er Jahre kamen die elektronischen Theodolite der E-Serie (E1, E2, E12, E2-ST) hinzu. Geräte, die für die aufkommende Industrievermessung eine wichtige Rolle spielen sollten. 1988 war die neue Variante des elektronischen Theodolits E10 bereit. Durch den Verkauf der Firma am 13. Mai 1988 an die Wild-Leitz-Gruppe wurde er aber nicht mehr realisiert. 1991 wurden die Produktionsstätten in Aarau geschlossen.

Buch "Kern Geschichten"

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Die Geschichte der Firma Kern im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext tabellarisch dargestellt

Den umfassendsten Einblick in die 172 Jahre dauernde Geschichte der Firma Kern erhalten Sie mit dem Buch Kern Geschichten von 2012. Über 132 Seiten, mit 90 Bildern erzählt das Buch den Werdegang von der Zirkelschmiede von Jakob Kern zur weltbekannten Kern & Co. AG, Werke für Feinmechanik, Optik und Elektronik.

Die Daten zur Firmengeschichte sind in tabellarischer Form mit den Ereignissen des technischen und wirtschaftlichen Umfeldes und der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in Beziehung gestellt. Das Buch ist ein zeitgeschichtliches Dokument zur Industriekultur über eine Zeit von fast zwei Jahrhunderten.

Die Geschichten zur Geschichte sind das wahre Abbild der Geschichte schreibt der Autor Franz Haas in seinem Vorwort.

Das Buch kann für Fr. 40.-, plus Porto, in unserem Shop bestellt werden.

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Weitere Beiträge zur Geschichte der Firma Kern

200 Jahre Kern - Historischer Stadtrundgang durch Aarau

Rundgang durch Aarau an der Fachtagung "200 Jahre Kern Aarau - Von der Präzisions-Mechanik und -Optik zum High-Tech-Systemhaus!" der Gesellschaft für die Geschichte der Geodäsie in der Schweiz (GGGS) am 13. November 2019.

Ab dann ist dieser Flyer auch im Stadtmuseum Aarau erhältlich oder er kann hier heruntergeladen werden. Bitte an jeder Station den QR-Code scannen um Detailinformationen herunterzuladen. Viel Vergnügen beim Rundgang "Auf den Spuren von Kern".

200 Jahre Kern - 1. Liegenschaft Ehrsam und Freihof (1819 - 1830)

Laurenzvorstadt 19, 2019

Freihof - Laurenzvorstadt 59, 2019

Jakob Kern eröffnete seine erste Werkstatt im Hinterhaus der Liegenschaft Ehrsam an der Laurenzenvorstadt 19. Als Gehülfe - im Lohnbuch als Mechaniker bezeichnet - stand ihm ein minderjähriger Knabe aus Küttigen zur Seite. Die Verkäufe nahmen nur langsam, aber kontinuierlich und erfreulich zu, denn Kern war sehr vielseitig und verfügte über ein entsprechend breites Produktionsprogramm. Er fabrizierte zunächst hauptsächlich Reisszeuge, aber schon bald kamen (Wasser-) Strommesser, Waagen, für Professor Meyer (einen Enkel Johann Rudolf Meyers) eine Camera obscura und für die Kantonsschule eine Luftpumpe hinzu, und im Jahre 1824 gab Ingenieur Sulzberger in Frauenfeld, der die Vermessungen im Thurgau leitete, einen achtzölligen Theodoliten in Auftrag. Das bedeutete die Wendung zu dem späteren, grösseren Unternehmen. Ingenieur Hypolith de Saussure, der die zweite und die dritte Triangulation in der Waadt durchführte, bestellte ebenfalls einen achtzölligen Theodoliten mit 10-Sekunden-Ablesung. Die entscheidenden Impulse für die Spezialisierung auf Vermessungsinstrumente gingen von der fortschreitenden Landesvermessung aus.

200 Jahre Kern - 2. Eigenes Gebäude auf der Saxermatte (1830 - 1857)

Saxermatte (Modell Quelle SMA)

UBS 2019 (Bahnhofstrasse)
Gebäude sind nicht identisch!!

Das wachsende Ansehen, das Jakob Kern auf diesem Gebiete genoss, wurde bestätigt, als der spätere General Dufour, der 1832 zum Oberstquartiermeister ernannt wurde, dem auch die Leitung der trigonometrischen Vermessungen in der Schweiz oblag, die Firma Kern 1833 beauftragte, das durch Blitzschlag zerstörte Beobachtungsinstrument auf dem Säntis zu reparieren und gleichzeitig die Sexagesimalteilung durch die Centesimaleinteilung zu ersetzen. Schon im folgenden Jahr bestellte Dufour bei Kern einen zwölfzölligen Theodoliten, der im Jahre1835, dem Jahre der Gründung des eidgenössischen topographischen Büros, geliefert wurde. Das Instrument wurde von Seiten Dufours mit höchstem Lob ausgezeichnet.

In der ersten Zeit hatte sich Kern mit einem von Menschen angetriebenen Schwungrad behelfen müssen. Ohne dass es belegt ist, vermuten die Autoren des Buchs "Der Aarauer Stadtbach", dass Kern an diesem Standort die Wasserkraft des Rades in den Meyerschen Stollen, die ab 1831 der Familie Feer gehört haben, mitbenutzen durfte.

200 Jahre Kern - 3. Fabrikgebäude Ziegelrain (1857 - ca. 1960)

Gesamtansicht

Ansicht vom Schachen her

Ansicht von der Stadt her

Zirkel-Rohfabrikation um 1920

Fertiglager und Verkauf um 1920

1857 beschäftigte Kern 42 Mitarbeiter. Der Bau einer Fabrik wurde unumgänglich. Jakob Kern erwarb deshalb im Jahre 1856 ein Grundstück am Ziegelrain, durch das der Stadtbach floss, der für den künftigen Fabrikbetrieb die Wasserkraft liefern konnte.

Die Fabrik konnte 1857 bezogen werden. Auf diesen Termin traten die Söhne Adolf und Emil als gleichberechtigte Associés in die Firma ein. Adolf übernahm die Reisszeugabteilung, Emil die Abteilung für Vermessungsinstrumente. Im Jahre 1863 zog sich Jakob Kern nach 44jähriger unermüdlicher und sehr erfolgreicher Tätigkeit aus dem Geschäftsleben zurück. Er starb am 4. Februar 1867. Der "Schweizerbote" schloss am 12. Februar seinen Nachruf auf den Toten mit den Worten: "In seiner bürgerlichen Stellung bewahrte er stets eine bescheidene Einfachheit. Still und zurückgezogen vom Treiben der Welt, wirkte er nur für seine Lebensaufgabe im Berufsgeschäft und im trauten Kreis der Seinen. Durch viele Arbeit wurde er abgeschwächt und in den letzten Monaten bei Atembeschwerden viel und schwer heimgesucht. Er starb eines sanften Todes ohne Kampf. Ruhe der Asche dieses schlichten und braven Mannes."

Die Umstellung auf den Fabrikbetrieb war erfolgreich. Schon nach zwei Jahren wurde die erste Betriebsverbesserung vorgenommen; das Wasserrad wurde im Jahre 1859 durch die erste Turbine mit Wassersammler und einer Betriebsstärke von 6,63 PS ersetzt. Die Produktion entwickelte sich nicht nur dem Umfange nach sehr erfreulich, sondern auch ruhig und stetig.

Dass eine gute Beziehung zu den Mitarbeiten Kern schon damals wichtig war, zeigt, dass sie südlich des Ziegelrains ein dreieckiges Pärklein, das "Affenwäldli" anlegen liessen. Das Pärklein diente den Mitarbeitern für die Pausenzeit.

Die Belegschaft nahm bis 1874 auf 148 Mann zu, fiel aber in den drei nächsten Jahren wieder auf 111 Beschäftigte zurück. Der Grund lag offensichtlich in den allgemeinen Zeitumständen. Es war die Zeit der grossen europäischen Wirtschaftskrise, die sich nach dem Deutsch-Französischen Krieg mit einer grossen Spekulationswelle und in starken Preisanstiegen zeigte.

Kern & Cie. war in der Zeit zwischen der Reorganisation der Firma und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges an der schrittweisen Verbesserung der Instrumente nicht unbeteiligt. Die Kernschen Repetitions-Theodolite von 21-30 cm Kreisdurchmesser waren vor dieser Periode die am häufigsten verwendeten Instrumente bei den Gradmessungsarbeiten und bei den übrigen Triangulationen.

Nach der Inbetriebnahme des Fabrikationsareals in der Schachenallee 29 wurden Teile der Gebäude am Ziegelrain noch weiter genutzt - zuletzt als Lehrwerkstatt.

200 Jahre Kern - 4. Fabrikneubau Schachenallee 29 (1921 – 1991)

Fabrikareal Schachen 29 um 1940

Fabrikareal Schachen 29 um 1940

Fabrikareal Schachen 29 um 1969

Portierhaus Schachen 29 ab 2019

Die Aufwärtsentwicklung zeitigte bald das Bedürfnis nach erheblichen Erweiterungen, das in der bestehenden Fabrik Ziegelrain nur vorläufig und notdürftig befriedigt werden konnte. Der Verwaltungsrat entschied sich am 30. April 1918 mit dem Kauf der landwirtschaftlichen Liegenschaften Lüscher und Basler für eine grosszügige, in die weitere Zukunft weisende Lösung.

Der Neubau sollte aber nicht nur der Erweiterung der bestehenden Produktionsstätten dienen. Schon seit Jahren befasste man sich mit der Schaffung einer eigenen optischen Abteilung, die wegen Raummangel und aus finanziellen Gründen immer wieder zurückgestellt wurde. Die vollständige Abhängigkeit in der Beschaffung optischer Bestandteile, wie Linsen und Prismen, vom Ausland wirkten sich während des Krieges derart katastrophal aus, dass der Entschluss, die Herstellung von Optik selber aufzunehmen, nicht schwerfallen konnte.

Im Mai 1920 konnte der Fabrikneubau im Schachen bezogen werden. Die Instrumentenabteilung und die neugeschaffene Optische Abteilung fanden hier neue Entwicklungsmöglichkeiten. Im September 1920 wurde zudem die Präzisionslibellen-Werkstätte Eberle-Reichel, Berlin-Stuttgart, gekauft. Damit war die Firma nun auch in der Libellenfabrikation für die geodätischen Instrumente vom Ausland unabhängig geworden.

Die sehr gute Beschäftigungslage in den Jahren 1936-1939 erlaubte es, nicht nur den bestehenden Betrieb weiter auszubauen und zu modernisieren, sondern auch im Hinblick auf zukünftige normale Verhältnisse vermehrt in Entwicklungsarbeiten zu investieren.

Der überaus hohe Bestellungsbestand während der ganzen Kriegszeit konnte oft fast nicht bewältigt werden. Obwohl für die Armeeaufträge die Facharbeiter zeitweise vom Militärdienst dispensiert waren, verunmöglichte der Mangel an geschulten Optikern und Feinmechanikern einen schnelleren Ausbau, so dass ständige Lieferungsverspätungen nicht zu vermeiden waren. Die Beanspruchung des Personals war enorm. Die immer prekärer werdenden Raumverhältnisse führten schon 1939 zu einer besseren Ausnutzung der bestehenden Fabrikanlagen.

In der Zwischenzeit (1941/42) wurde die Fabrikanlage Schachen durch einen Neubau mit einer Produktionsfläche von 1870 m² erweitert, in welchem die mehrfach vergrösserte Abteilung für Glasbearbeitung untergebracht wurde. Das Fabrikareal Schachen konnte 1943 durch Kauf der Liegenschaft Rüetschi erweitert werden. Die Notwendigkeit, die Produktionsfläche weiter zu vergrössern und die überall notdürftig untergebrachten Büros zusammenzufassen, führte zu einem Büroneubau (1435 m²), der 1945 bezogen werden konnte.

In einer weiteren Ausbauphase konnte 1959 im Aarauer Schachen ein Shedbau (3300 m²) bezogen werden, der die gesamte Metallbearbeitung mit entsprechenden Rohstofflagern aufnehmen konnte. Um diesen Bau errichten zu können, hatte die Firma 1956 die angrenzende Liegenschaft Walther erworben.

Es wurde ein neues Verwaltungsgebäude realisiert, welches 1967 bezogen werden konnte. In diesem Gebäude waren auch das firmeneigene elektronische Rechenzentrum und das Fertigwarenlager mit der Spedition untergebracht.

Auf dem Areal Schachenallee entstand auch ein weiterer Fabrikneubau mit 4500 m² Nutzfläche, der im Dezember 1969 bezugsbereit war. Dieser Neubau wurde mehrheitlich für die Montage von Vermessungsinstrumenten, Photogrammetrie-Systemen und optischen Geräten aller Art eingesetzt.

200 Jahre Kern - 5. Reisszeugfabrik im Wynenfeld Buchs (1969 - 1986)

Fabrikareal Wynenfeld, Buchs AG um 1969

Schon im Jahre 1961 wurde in der neuen Industriezone "Wynenfeld" in Buchs bei Aarau ein Grundstück mit einer Fläche von nahezu zwei Hektaren erworben, da die Landreserve des Fabrikareals Schachen in Aarau für eine zukünftige Entwicklung nicht ausreichend war. In einer ersten Bauetappe entstand dort eine nach modernen Grundsätzen eingerichtete Reisszeugfabrik, die im Frühjahr 1969 in Betrieb genommen werden konnte. Mit dem Verkauf der Reisszeug Produktion 1987 nach Italien wurde dieses Gebäude nicht mehr benötigt und verkauft.

200 Jahre Kern - X. Studiensammlung Kern im Stadtmuseum Aarau (ab 1991)

Eingang zur Studiensammlung Kern am Schlösslirain

Nach über 170 Jahren schliesst die Firma Kern & Co. AG Aarau. Damit endet 1991 eine einzigartige Industriegeschichte. Dank der Initiative einer Gruppe weitsichtiger Mitarbeiter ging im Jahre 1988 eine wertvolle Sammlung historischer Instrumente und Geräte, Geschäfts- und Entwicklungsakten, Zeichnungssätzen, Produktions- und Werbemitteln an das Stadtmuseum Aarau.

Die "Sammlung Kern" als Nachlass einer einstmals erfolgreichen, weltweit tätigen Industriefirma ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte technischer und industrieller Kultur. Nach einer umfassenden Renovation der Räumlichkeiten der Zivilschutzanlage beim Stadtmuseum Aarau ist die Studiensammlung Kern seit 2009 der Öffentlichkeit zugänglich.

200 Jahre Kern - Y. Leica Aarau - Hexagon Metrology (ab 1991)

Hexagon Metrology Precision Center Aarau-West

Nach der Übernahme von Kern durch die Wild-Leitz-Gruppe im Mai 1988 und die Neuorientierung der Geschäftsfelder (Schwerpunkte von Kern: Photogrammetrie Geoinformationssysteme (GIS), Industriemesstechnik, Sonderprodukte) konnte der Betrieb im Schachen - wenn auch mit reduziertem Personalbestand - weiter geführt werden. 1989 wurde im Zuge der Umfirmierung der Wild-Leitz-Gruppe in Leica die Kern Aarau AG in Leica Aarau AG umbenannt. Im Januar 1991 wurde innerhalb des Leica-Konzerns über eine konzernweite, grössere Umstrukturierung mit einem massiven Abbau von Produktelinien und Produktionsstäten informiert. Im Rahmen dieser Massnahmen wurde unter anderem der Betrieb im Aarauer Schachen Mitte 1991 geschlossen. Eine kleine Gruppe (Entwicklung und Marketing) für die Produktbereiche Photogrammetrie, GIS und Industriemesstechnik wurde in ein Logistikgebäude in Unterentfelden (Leica PMU - Photogrammetry&Metrology Unterentfelden) verschoben. Dieser Standort ist noch heute (2019) als Teil der "Hexagon Metrology" im Bereich Industriemesstechnik aktiv und erfolgreich als "Hexagon Metrology Precision Center Aarau-West" tätig.